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09 | 09 | 2010
Beruf des Monats - Dezember 2009 Drucken E-Mail

Fachverkäufer/in - Lebensmittelhandwerk (Fleischerei)

Die Tätigkeit im Überblick

Fachverkäufer/innen im Lebensmittelhandwerk mit dem Schwerpunkt Fleischerei verkaufen Fleisch- und Wurstwaren. Sie bedienen und beraten ihre Kunden, präsentieren ihre Waren und halten den Verkaufsraum sauber.

Fachverkäufer/innen im Lebensmittelhandwerk mit dem Schwerpunkt Fleischerei sind vorwiegend in Fleischereien und Einzelhandelsgeschäften tätig. Darüber hinaus sind manche auch in der Gastronomie beschäftigt: bei Catering-Unternehmen oder in der Hotellerie, dort vor allem im Verpflegungsbereich.

Die Ausbildung im Überblick

Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG).

Diese bundesweit geregelte 3-jährige Ausbildung wird im Lebensmittelhandwerk und -handel in den folgenden Schwerpunkten angeboten:

  • Fleischerei

  • Bäckerei

  • Konditorei

 

Ausbildungsinhalte

In den ersten 18 Monaten lernen die Auszubildenden im Ausbildungsbetrieb beispielsweise:

  • Kundenkontakte herzustellen

  • die Kasse vorzubereiten und dabei die Kassenanweisungen zu beachten

  • wie man Preise kalkuliert

  • wie Waren garniert, dekoriert und ausgelegt werden

  • Produkte aufzuschneiden und zu verpacken

  • Zusammensetzung und Herstellungsverfahren von Produkten zu erläutern

  • Grundsätze der Personal-, Arbeits- und Lebensmittelhygiene anzuwenden

  • Arten und Eigenschaften von Lebensmitteln, insbesondere ihre wechselseitige Beeinträchtigung bei der Lagerung, zu berücksichtigen

In der zweiten Hälfte ihrer betrieblichen Ausbildung lernen die Auszubildenden u.a.:

  • wie man Aufträge und Bestellungen entgegennimmt und bearbeitet

  • Werbeaktionen, insbesondere mit regionalen und jahreszeitlichen Themen, zu planen und durchzuführen

  • wie man Fehlfunktionen an Anlagen, Geräten und Maschinen erkennt und Maßnahmen zur Behebung einleitet

Darüber hinaus beschäftigen sich die Auszubildenden im Schwerpunkt Fleischerei mit folgenden Lernzielen:

  • ladenfertig zerlegtes Fleisch zu Schnitzeln, Rouladen, Koteletts, Steaks, Braten-, Koch- und Suppenfleisch aufzuschneiden und herzurichten

  • wie Aufschnittplatten, Braten- und Buffetplatten hergerichtet und garniert werden

  • wie Feinkostsalate hergestellt werden

  • das Spezialitäten- und Delikatessensortiment zu pflegen und zu präsentieren

Während der gesamten Ausbildungszeit wird den Auszubildenden z.B. vermittelt:

  • welche gegenseitigen Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag entstehen

  • wie der Ausbildungsbetrieb organisiert ist und wie Beschaffung, Fertigung, Absatz und Verwaltung funktionieren

  • wie die Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften angewendet werden

  • welche Umweltschutzmaßnahmen zu beachten sind

In der Berufsschule sind folgende Lernfelder Gegenstand des theoretischen Unterrichts:

  • Beurteilen und Zerlegen von Schwein oder Lamm

  • Herstellen von küchenfertigen Erzeugnissen

  • Informieren über Fleischereiprodukte

  • Waren kundenorientiert verkaufen

  • Waren herrichten, präsentieren und verkaufen

  • Verkauf aktiv gestalten

  • Speisen herstellen und anrichten

  • Herstellen von Hackfleisch

  • Produkte verkaufsfördernd präsentieren

  • besondere Verkaufssituationen gestalten

  • Gerichte herstellen und anrichten

  • Gerichte und Getränke präsentieren und servieren

  • Umsatz und Kundenbindung durch Verkaufsaktionen fördern

  • Einführen eines neuen Mitarbeiters/einer neuen Mitarbeiterin

Rechtsgrundlagen:

Verordnung über die Berufsausbildung zum Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk/zur Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk
Fundstelle: 2006 (BGBl. I S. 604) Internet

Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk/Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk
Fundstelle: KMK-Beschlussammlung Internet

 

Interessen

  • Vorliebe für Umgang mit Nahrungsmitteln, Lebensmitteln, Getränken (z.B. Aufschnittplatten zusammenstellen, Fleisch-, Wurst- und Feinkostsalate zubereiten)

  • Neigung zu kundenorientierter Tätigkeit (z.B. Kunden bedienen und beraten, auf individuelle Kundenwünsche eingehen)

  • Neigung zu praktisch-zupackender Tätigkeit (z.B. Fleisch- und Wurstwaren in Verkaufstheken ein- und ausräumen, Verkaufsräume reinigen)

  • Neigung zu kaufmännischem Denken (z.B. Waren verkaufen, verkaufsfördernde Maßnahmen durchführen)

 

Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten

Folgende Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten werden benötigt, um den Beruf lernen und ausüben zu können. Bei einigen Fähigkeiten wird ein Ausprägungsgrad genannt. Dieser gilt für den mittleren oder typischen Vertreter dieses Berufes.

Fähigkeiten

  • Durchschnittliches allgemeines intellektuelles Leistungsvermögen

  • Durchschnittliches sprachliches Denken (Beispiele siehe unter Kenntnisse und Fertigkeiten)

  • Merkfähigkeit (z.B. Gedächtnis für Personen, Zahlen und Waren)

  • Handgeschick (z.B. Aufschneiden von Fleisch, Einräumen von Fleischereierzeugnissen in Präsentationseinrichtungen)

Hinweis: Die Ausprägungsgrade beziehen sich auf Personen mit Hauptschulabschluss.

Kenntnisse und Fertigkeiten

  • Rechenfertigkeiten (z.B. Abrechnen von Tageseinnahmen)

  • Verständnis für mündliche Äußerungen (z.B. Verstehen von z.T. ungenau geäußerten Kundenwünschen, Entgegennehmen von Reklamationen)

  • Mündliches Ausdrucksvermögen (z.B. Informieren über Inhaltsstoffe und Verwendungsmöglichkeiten von Fleischereiprodukten)

 

Kompetenzen

Die folgende Liste enthält eine Auswahl der wichtigsten Fertigkeiten und Kenntnisse. Die Auswahl dieser berufsbezogenen Kompetenzen erfolgt auf Basis der Ausbildungsordnung sowie der Auswertung von Stellen- und Bewerberangeboten.

Kernkompetenzen, die man während der Ausbildung erwirbt:

  • Abrechnung

  • Anrichten (Lebensmittel)

  • Kassieren

  • Kundenberatung, -betreuung

  • Lebensmittelhygiene

  • Verkauf

  • Warenannahme, Wareneingangskontrolle

  • Warenauszeichnung

  • Warenpräsentation

Weitere Kompetenzen, die für die Ausübung dieses Berufs bedeutsam sein können:

  • Beilagenzubereitung

  • Feinkostherstellung

  • Belehrung nach Infektionsschutzgesetz (Gesundheitszeugnis)

  • Lagerwirtschaft

  • Partyservice

  • Reklamationsbearbeitung

  • Salatherstellung

  • Servieren

  • Snacks (z.B. belegte Brötchen)

  • Sortimentsgestaltung

  • Verkaufsförderung

  • Werbung

Darüber hinaus enthalten die folgenden Kompetenzgruppen weitere relevante Fertigkeiten und Kenntnisse für den vorliegenden Beruf:

  • Kompetenzgruppe "Sachkundenachweis nach der Hackfleischverordnung"

  • Kompetenzgruppe "Fleisch- und Fischwaren, Feinkost"

 

Quelle: http://berufenet.arbeitsagentur.de/